Ich bleibe ein Teil von Dir
Titel: Ich bleibe ein Teil von Dir
von: Laura Zech, Illustrationen von Andreas Hirsch
Verlag: Edition Riedenburg
Auflage: 1. Auflage März 2021
Seitenzahl: 88 Seiten, 18 Farbseiten
Format: Paperback
ISBN: 978-3-99082-062-9
Preis: 14,90 €
Rezension: Ein liebevolles Erinnerungs- und Rituale-Buch für verwaiste Eltern und alle, die um ein Kind trauern
Rezension 2: In diesem liebevoll gestalteten Trauerbuch erzählt der kleine Engel seinen Eltern eine Geschichte: Es ist die Geschichte der Taube Jonne. Jonne hat ihr Kind verloren und kann seither nicht mehr fliegen. Auf mutmachende und mitreißende Art und Weise kämpft sie sich zurück ins Leben, lernt zu lachen und darf natürlich auch weinen. Vielleicht schafft sie es am Ende sogar wieder zu fliegen.

Dieses Buch wurde von der Autorin Laura Zech empfohlen:

Was ist das für ein Buch?

Es ist ein Trauerbuch, wenngleich auch einzigartig in dieser Kategorie.
Es ist ein Kinderbuch, wenngleich auch nicht für Kinder geschrieben.

Kategorisiert werden muss das Buch eindeutig als Sachbuch im Bereich Trauer, es richtet sich ganz klar an Erwachsene, die um ein Kind trauern. Dennoch ist es aufgebaut wie ein Kinderbuch, weil diese Sprache in dieser Ausnahmesituation gut verstanden werden kann. Wie in einem richtigen Kinderbuch sind die Illustrationen von elementarer Bedeutung, ohne sie hätte es seine Wirkung verloren. Durch Bilder gelingt es dem Buch den Leser in die Stimmung mit hinein zu nehmen.

Als Beispiel will ich kurz auf das Titelbild eingehen, das Sie im Anhang finden. Genau diese Situation ist allen verwaisten Eltern, mit denen ich bisher gesprochen habe, gut bekannt. Man blickt in den Nachthimmel und sucht sein Kind auf dem hellsten und schönsten Stern. Ich würde behaupten, dass alle trauernden Eltern die Frage umtreibt, wo ihr Kind ist und wie es ihm geht. Auf dem Bild sowie in der Wirklichkeit wird ist es nicht auf den ersten Blick zu entdecken. Nur wer zur Ruhe kommt und beginnt mit dem Herzen zu sehen kann beim zweiten oder dritten Blick auf den Titel entdecken, dass der kleine Engel seine Schaukel an den hellsten Stern gehängt hat und glücklich in den Nachthimmel schaukelt.

Eine weitere Besonderheit des Buches ist, dass es sich um ein „Mitmachbuch“ handelt. Auf jeder Seite gibt der kleine Engel der Taube Jonne einen Tipp, was sie tun könnte, damit ihre Situation sich verändert. Das können Dinge sein wie Geschichten schreiben, Bilder suchen, zeichnen, etwas unternehmen etc. All das kann der Leser dann auch machen, dazu sind Zeilen oder Platzhalter im Buch vorgesehen. So können trauernde Eltern ihrem inneren Bedürfnis, etwas tun zu wollen, Ausdruck verleihen und haben am Ende ein individualisiertes Buch über die eigene Geschichte. Sie könnten das Buch auch nach Jahren noch einmal kaufen und sich erneut darin ausdrücken, so wird deutlich, in wie fern sich nun doch etwas verändert hat. Im besten Fall regt es dazu an, auch über das Buch hinaus kreativ zu werden, um so mit den eigenen Gefühlen umgehen zu lernen. Vielen fällt es gerade am Anfang schwer, dem Schmerz Raum zu geben und ohne Hilfestellung zu schreiben, zu malen, Musik zu machen o. Ä., obwohl es so unglaublich wichtig ist.

Inhaltsangabe

„Ich bleibe ein Teil von dir“ beginnt mit einem Brief des verstorbenen Kindes, welches ‚kleiner Engel‘ genannt wird, an seine Eltern. Es will ihnen helfen, mit dem Verlust umzugehen und Hoffnung geben, irgendwann wieder ein gutes Leben führen zu können. Dazu wählt es die Geschichte der Taube Jonne, sie steht symbolisch für Mama wie für Papa, weil es diese beiden sind, die den Schmerz spüren können, wie niemand anders auf der Welt. Dies impliziert nicht, dass die beiden ihren Weg immer auf gleiche Art und Weise oder im gleichen Tempo gehen müssen, es macht vielmehr deutlich, dass es Mutter und Vater gleichermaßen betrifft. Es wählt die Taube, weil Tauben für viele Menschen ein Symbol der Hoffnung sind.
Auch Jonne hat ihren kleinen Engel verloren, deshalb geht es ihr zu Beginn schlecht. Sie hat keinen Lebensmut mehr, will nicht aufstehen und kann nicht mehr fliegen, weil sie sich viel zu schwer fühlt. Auf mitreißende Art und Weise schafft es der kleine Engel mit Tipps und Anregungen, Jonne aus dem Tief zu ziehen und ihr hin und wieder ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. So rafft sie sich auf und bewegt sich von dem schwarzen Loch weg, das sie immer wieder anzieht wie ein Sog. Sie erinnert sich an lustige Geschichten mit ihrem Kind und schreibt sie auf. Jonne weint, schreit, lacht … sie trauert. Irgendwann erkennt sie, dass sie trotz aller Enttäuschungen nicht allein ist und sie in Gleichgesinnten neue Freunde finden kann. Eines Tages lernt sie eine alte Taube kennen, mit der sie ein heilsames Gespräch führt, danach fliegt diese zu Jonness großem Erstaunen davon. Die Taube beschäftigt sich auch mit schwierigen Fragen, wie denen nach der Schuld oder dem Warum. Zum Schluss erfährt der Leser, wie sie besondere Tage, wie Weihnachten oder den Todestag verbringt. Eines Tages kommt Jonne ein unglaublicher Gedanke, sie will wieder fliegen. Ob ihr das gelingt …?

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