Es ist okay, wenn du traurig bist
Titel: Es ist okay, wenn du traurig bist
Untertitel: Warum Trauer ein wichtiges Gefühl ist und wie wir lernen, weiterzumachen
von: Megan Devine
Verlag: Münchner Verlagsgruppe GmbH
Seitenzahl: 256 Seiten
Format: Softcover
ISBN: 978-3-86882-940-2
Preis: 16,99 €
Rezension: Wenn ein geliebter Mensch stirbt, scheint das eigene Leben plötzlich stillzustehen. Die Zeit danach ist schwer, und doch geben wir der Trauer immer weniger Raum und fühlen uns gezwungen, schnell wieder zum Alltag überzugehen. Die Psychotherapeutin und Trauerbegleiterin Megan Devine erlebt dies nach dem tragischen Verlust ihres Mannes selbst. Deshalb sucht sie nach einem neuen und heilsamen Weg, mit der Trauer umzugehen. Anhand zahlreicher Erfahrungsberichte beschreibt sie einfühlsam, wie wichtig Trauer für unsere seelische Gesundheit ist und wie wir lernen können, achtsam mit uns selbst und dem Gefühl des Verlusts umzugehen, um schließlich inneren Frieden zu finden und in Liebe zum Verstorbenen weiterzumachen.
Tipp von: Empfohlen von Katharina @sophiawasneverhere auf Instagram
Tipp Text: Für Katharina war/ist dies das wichtigste Buch in Ihrer Trauer.

Buchbesprechung von Katharina Philipp:

„In ihrer Arbeit als Psychotherapeutin war die Autorin Megan Devine selbst von dem Ansatz ausgegangen, dass Trauer etwas Krankhaftes beinhaltet. Das hieß, dass die Trauer möglichst schnell überwunden werden muss. Bei diesem Modell stellten sich nur die beiden Alternativen, in der Trauer stecken zu bleiben oder aber gestärkt daraus hervor zu gehen.

Megan Devine verlor ihren Mann durch Ertrinken kurz vor seinem 40. Geburtstag. Sie fand sich in diesen Modellen keines falls wieder. Sie stellt nun ein neues Modell auf, das den Trauernden auf einem dritten Weg in der Mitte zwischen den oben genannten Alternativen begleitet. Ihr Weg bedeutet, dass man den Schmerz und die Trauer sehr wohl wahrnimmt. Vielleicht erst wirklich bewusst macht und anschaut.

Ihre zentrale Aussage für mich war, dass eben die Trauer, die man empfindet, in Ordnung ist. Gerade nach einiger Zeit des Trauer begegnen einem doch Sätze wie, das wird schon wieder. Es wird vielleicht, aber eben nie wieder, nie wieder so wie es war. So etwas zu lesen, kann sehr befreiend sein, da  man auch unter guten Freunden nicht frei sprechen kann von der Trauer, die das Leben so farblos macht. Megan Devine setzt sich dafür ein, dass man über die Trauer und die Gefühle spricht. Dann wird auch die Welt und das Umfeld von mehr Mitgefühl füreinander geprägt.

Das Buch ist aber auch voll von ganz praktischen Erfahrungen und Tipps, wie von den ersten Einkäufen und damit Schritten unter Menschen, von dem sich Zwingen müssen zu alltäglichen Aufgaben wie Essen und sich um sich selbst kümmern. Vor allem der Selbstfürsorge widmet sie mehrere Kapitel. Der Trauerprozess ist sehr kräftezehrend, somit ist es sehr wichtig auch auf sich selbst zu achten, obwohl es schwerfällt.

Megan Devine beschreibt ihre Schreibkurse, die sie beginnt abzuhalten. Es geht nicht darum schön oder gut zu schreiben. Im Schreiben kann man der Trauer Ausdruck geben. Sie wird greifbarer, in dem man sie beschreibt. In dem Buch gibt die Autorin immer wieder Schreibübungen, die anregen sollen. Aber auch Zeichnen kann ein Medium sein die eigene Trauer zu verstehen.

Megan Devine ist in den verschiedensten Medien aktiv, so bin ich auf die Autorin auf Instagram aufmerksam geworden. Dort versucht sie mit gezeichneten Comics, sensibel zu machen, wie man als Freund oder Bekannter dem Trauernden helfend zur Seite stehen kann.  Aber auch in ihrem Buch widmet sie Kapitel dem Thema, wie Freunde oder Bekannte Trauernden gegenüber treten sollten oder gar helfen können. Anders herum thematisiert sie auch wie Trauernde auf die hilflose Umgebung  reagieren sollten. Gerade die Hilflosigkeit der Umgebung lässt einen ja oft verstummen. Die Umgebung wünscht sich, dass es einem besser geht. Aber wie sollte es das? Es mag ja auch frustrierend sein für die anderen, wenn man immer wieder sagt, dass es einem eben nicht besser geht. Aber wäre es nicht in Ordnung, eben das immer wieder sagen zu können, ohne fast ein schlechtes Gewissen zu haben? Ganz intuitiv reagiert die Umgebung mit Trost auf einen Trauernden. Trost im Sinne von dem Versuch etwas reparieren zu wollen. Eine schöne Erfahrung sind Begleiter, die den Trauernden und seinen Schmerz aushalten.“

© Katahrina Philipp, mit freundlicher Genehmigung hier veröffentlicht.

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