Die Telefonzelle am Ende der Welt von Laura Imai Messina
Titel: Die Telefonzelle am Ende der Welt
Untertitel: Roman
von: Laura Imai Messina
Illustrationen: Übersetzt von Judith Schwaab
Verlag: btb Verlag (Originalverlag: Piemme)
Seitenzahl: 352 Seiten
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-442-75896-8
Preis: 20,00 €
ISBN eBook: 978-3-641-26321-8
Preis eBook: 15,99 €
Rezension: Eine Tagesfahrt von Tokio entfernt steht in einem Garten am Meer einsam eine Telefonzelle. Nimmt man den Hörer ab, kann man dem Wind lauschen – und den Stimmen der Vergangenheit. Viele Menschen reisen zu dem Telefon des Windes, um mit ihren verstorbenen Angehörigen zu sprechen und um ihnen die Dinge zu sagen, die zu Lebzeiten unausgesprochen blieben. So kommt eines Tages auch Radiomoderatorin Yui an den magischen Ort. Im Tsunami von 2011 verlor sie ihre Mutter und ihre kleine Tochter. Yui lernt in dem Garten den Arzt Takeshi kennen, auch er muss ein Trauma verarbeiten. Die beiden nähern sich an, gemeinsam schöpfen sie neuen Mut. Und erlauben sich zum ersten Mal, dem Leben einfach seinen Lauf zu lassen. Ganz gleich, was es für sie vorgesehen hat.
Rezension 2: Originaltitel: Quel che affidiamo al vento
Tipp von: Empfohlen von Katharina Philipp
Tipp Text: Ich möchte allen diesen Roman ans Herz legen. Ich habe ungeduldig den Erscheinungstermin abgewartet, um das Buch vorstellen zu können. Die Telefonzelle am Ende der Welt gibt es wirklich. Sie steht in einem Garten an der Nordküste Japans. Der Besitzer des Gartens hat sie nach der Tsunami Katastrophe 2011aufgestellt als Zuflucht für Trauernde. Aus ganz Japan kommen Menschen, heben den Hörer in der Telefonzelle ab und sprechen mit ihren Verstorbenen. Der Garten und der Teeraum sind aber auch ein Treffpunkt für die Menschen, die mit ihrem Verlust kommen und ihre Trauer miteinander teilen. Die Radiomoderatorin Yui, die durch den Tsunami ihre kleine Tochter und ihre Mutter verloren hat, macht sich auf den Weg zu der Telefonzelle. Dort lernt sie den Arzt Takeshi kennen, der seine Frau und Mutter seiner Tochter durch Krankheit verloren hat. Beide fühlen sich schnell verbunden. Da sie beide aus Tokio kommen, unternehmen sie die weite Fahrt in den Garten bald gemeinsam. Die Annäherung der beiden erfolgt langsam und behutsam, schließlich bringen beide ihre Geschichte mit. Immer treffen sie dort andere Menschen mit ihren Geschichten, die zu Freunden werden. Das Buch verklärt nie und ist keineswegs seicht. Die Telefonzelle ist nur ein Angebot, ein Raum. Nicht für jeden passt es, die Tür der Telefonzelle zu öffnen. Yui findet eher Erleichterung in Spaziergängen durch den Garten. Ich finde die Idee eines Ortes, an dem die Vorstellung einer Kontaktaufnahme gelebt werden kann und an dem Trauernde Begegnung erleben, hat einen Zauber. Gerne sollte es mehr dieser Orte geben. (© Katharina Philipp, Text übernommen mit freundlicher Genehmigung)

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