Interview: Peter (Bestatter)

von Martin

Peter leitet zusammen mit Andreas das Bestattungshaus Abschied-Bestattungen. In diesem Interview erzählt er uns über seine Tätigkeit als Bestatter.

Die erste Frage an einen Bestatter, die mir spontan einfällt, ist, warum entscheidet man sich für diesen Beruf? War das ein Berufswunsch? Was hast du vorher gemacht?

Ich war früher Polizeibeamter und hatte häufig mit Todesfällen zu tun. Dabei fiel mir sehr oft auf, dass die beauftragten Bestatter sehr lieblos mit den Verstorbenen umgingen. Dies war nach meinem Ausscheiden bei der Polizei der Hauptgrund mich für diesen Beruf zu entscheiden.

Ist der Beruf „Bestatter“ eine starke Belastung? Wie wird er von anderen wahrgenommen?

Für mich als Bestatter ist es keine große Belastung, da wir den Menschen, die gerade einen großen Verlust erleiden müssen auf ihrem Weg durch die Trauer helfen können und dafür sehr viel von den Betroffenen zurückbekommt.

Viele Trauernde stellen oft die Frage, wie man denn mit so viel Trauer zurechtkommt. Ich antworte dann immer, dass ich nicht traurig bin, sondern meine Aufgabe darin besteht, den Angehörigen die Trauer so angenehm wie möglich zu gestalten, was auch meistens gelingt.

Was macht deine Tätigkeit so besonders?

Der Umgang mit Menschen in Extremsituationen und das Bewusstsein, dass man durch gute Beratung und viel Empathie die Situation für die Betroffenen verbessern kann.

Hast du dich auf deinen eigenen Tod vorbereitet?

Ja, ich habe eine Sterbefallvorsorge abgeschlossen, in der ich alle meine Wünsche für meine dereinstige Bestattung festgelegt habe.

Wenn ich meine Bestattung zu Lebzeiten detailliert geplant habe, hältst du dich als Bestatter daran? Oder stehen die Wünsche der Angehörigen mehr im Vordergrund, denn die müssen ja mit meinem Tod zurechtkommen.

Wenn ich ein Vorsorgegespräch führe, setze ich mich mit der Lebenssituation des Vorsorgenden auseinander und berate in die Richtung, die mir für die jeweiligen Lebensumstände sinnvoll erscheint. Wenn man hier im Gespräch schon auf die eventuellen Wünsche von Angehörigen eingeht, vermeidet man, dass im Todesfall die Angehörigen größere Änderungswünsche anmelden. Wir halten uns immer an die Wünsche des Vorsorgenden, kleine Änderungen sind jedoch, wenn es der Wunsch der Angehörigen ist, möglich. (z.B. Blumenschmuck, zusätzliche Musik)

Es gibt viele Vorschriften, wie eine Bestattung zu erfolgen hat. Welche Möglichkeiten haben Angehörige, um den Abschied individueller zu gestalten.

Gerade bei der immer mehr gewünschten Feuerbestattung gibt es sehr viele Möglichkeiten die Asche beizusetzen. Dies reicht von der Bestattung in einer Urnenmauer über Naturbestattung, Seebestattung, Flugbestattung bis hin zur Weltraumbestattung. Es gibt auch einige Naturbestattungsarten, die im Ausland durchgeführt werden könne, jedoch in Deutschland verboten sind. Auch gibt es Unterschiede in den Bundesländern was Bestattungsarten angeht.

Haben Angehörige nach dem Verlust eines geliebten Menschen die Zeit und die Ruhe, sich Gedanken über die Beisetzung zu machen? Hier in Deutschland muss die Beisetzung doch innerhalb eines festen Zeitplans ablaufen.

Die Bestattungsfristen richten sich nach den Bestattungsverordnungen der Länder und variieren sehr stark. In Bayern hat man im Falle einer Erdbestattung  8 Tage Zeit bis der Leichnam beigesetzt sein muss. Hierbei zählt das Wochenende und Feiertage nicht mit. Für eine Urnenbeisetzung hat man 3 Monate Zeit bis die Urne beigesetzt sein muss. Für diese Zeiten gibt es bei zwingenden Gründen Fristverlängerungen, die man bei der jeweiligen Friedhofsverwaltung beantragen kann.

Was können Trauernde tun, um mit ihrer Trauer klarzukommen und wieder in ihr Leben zurückzufinden? Welche Hilfe empfiehlst du?

Es kommt immer wieder vor, dass Trauernde nicht den richtigen Weg zur Bewältigung ihrer Trauer finden. Wir empfehlen hier den Gang zu Selbsthilfegruppen die von verschiedensten Organisationen angeboten werden. In schweren Fällen empfiehlt es sich einen Psychologen aufzusuchen.

Wo arbeitest du? Hast du ein eigenes Bestattungsinstitut?

Ich bin Geschäftsführer und Mitinhaber der Fa. Abschied Bestattung mit dem Hauptsitz in Gilching und Filialen in Gauting, Starnberg, Penzberg, Gröbenzell, Pasing und Haidhausen.

In der Trauer darf auch gelacht werden; gibt es eine schöne und lustige Anekdote, die du erzählen möchtest?

Bei einer Beerdigung wurde bei der Aussegnung vor der Trauerhalle aus dem Film „Sister Act“ der Song „I will follow him“ abgespielt. Als der schnelle Teil des Lieds begann sprangen die Angehörigen auf und gingen mit der Musik mit und die gesamte Trauergesellschaft folgte. Als das Lied verklang, dauerte es ca. 5 Minuten bis alle Trauergäste wieder zum Trauermodus zurückfanden.

Bitte verrate in 2-3 Sätzen, wer du bist, wie alt du bist, wo du lebst, was auch immer du über dich erzählen möchtest.

Mein Name ist Peter Kramer, ich bin 60 Jahre jung und ich lebe in Gilching.

Ich habe vor 20 Jahren das Bestattungsinstitut Abschied-Bestattungen in Gilching gegründet und führe dieses noch heute zusammen mit meinem Kompagnon Andreas Freilinger. Wir haben in den letzten Jahren expandiert und sind in den Landkreisen Starnberg, Fürstenfeldbruck , Weilheim-Schongau, München Land und der Stadt München vorwiegend tätig.

Unser größtes Anliegen bei unserer Tätigkeit als Bestatter ist, dass Angehörige unser Bestattungsinstitut mit einem besseren Gefühl verlassen, als das, mit dem sie es betreten haben. Das gibt uns selbst das Gefühl, gute Arbeit geleistet zu haben.

Hier geht es zu Peters Webseite: Abschied Bestattungen
Das Bestattungshaus Abschied findest du auch auf Facebook und Instagram.


Wichtiger Hinweis: Es handelt sich hier nicht um bezahlte Werbung oder Empfehlungen für bestimmte Organisationen, Firmen oder Personen. Jeder, der möchte, kann auf Dein Tod und ich seine Geschichte erzählen.

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