„Und dann?“

von Martin

Wow, vorgestern bin ich zufälligerweise bei Audible, wo ich vor geraumer Zeit ein Abonnement abgeschlossen hatte, auf den Podcast „Und dann?“ gestoßen. Bei diesem Podcast geht es um das Ende des Lebens. Die beiden Gastgeber Hendrik Schröder und Christoph Schrag erzählen einleitend, dass sie beide viel beruflich und privat reden, aber selten über den Tod. Das hat mich neugierig gemacht!

Bisher habe ich die ersten beiden Folgen gehört und muss sagen, dass ich noch keinen Podcast gehört habe, der so direkt über das Sterben und den Tod berichtet hat. Selbst die beiden Moderatoren weisen öfters darauf hin, dass man bestimmte Passagen überspringen könnte, wenn das Geschilderte zu unerträglich wird; beispielsweise der Bericht aus der Gerichtsmedizin. Ich persönlich habe bisher nichts ausgelassen und dem Podcast mutig zugehört. So hat mich die Berichtserstattung aus dem Krankenhaus über das Sterben und wann ein Mensch letztendlich tot ist, an die Zeit erinnert, in der ich meinen Mann in seinen Tod begleitet habe. Meine Gefühle wurden beim Zuhören gewaltig aufgewühlt.

Den Podcast und eine Hörprobe findest du hier https://deintodundich.blog/FLII Du benötigst zum Abspielen ein Audible-Account, musst aber nicht unbedingt ein Abo abschließen. Dann kostet der Podcast etwa 10 Euro. Alternativ kannst du auch ein kostenlosen Test-Abonnement abschließen, den Podcast hören und dann rechtzeitig wieder kündigen. Dann kostet dich das Anhören überhaupt nichts.

Folgende Themen werden angesprochen:

Folge 1: Sichere Todeszeichen (43 Minuten)
Folge 2: Die Wege der Toten (42 Minuten)
Folge 3: Die eigene Beerdigung (49 Minuten)
Folge 4: Trauer ist kein Gefühl (42 Minuten)
Folge 5: Die Hinterlassenschaften der Toten (42 Minuten)
Folge 6: Wenn der Tod näher kommt (39 Minuten)
Folge 7: Besser sterben (44 Minuten)
Folge 8: Sterbehilfe (36 Minuten)
Folge 9: Suizid (42 Minuten)
Folge 10: Dem Tode nah (50 Minuten)
Folge 11: Das Geschäft mit dem Tod (37 Minuten)
Folge 12: Das ewige Leben (60 Minuten)

Hier einige persönliche Tipps von mir:

  • Höre den Podcast nicht, wenn du noch zu tief in deiner Trauer steckst.
  • Höre ihn auch nicht, wenn du Auto fährst oder du dich auf etwas konzentrieren musst. Das Gehörte hat meine Trauergefühle zeitweise wieder stark aufleben lassen.
  • Höre ihn, wenn du mehr über den Tod und das Sterben erfahren möchtest und dafür stark genug bist.

Wenn du magst, dann schreibe einen Kommentar, wie dir diese Serie gefallen hat, was war gut, was war schlecht? Oder schreibe einen Kommentar, warum du den Podcast nicht hören willst. Ich freue mich auf deine Rückmeldung.

Wichtiger Hinweis: Es handelt sich hier nicht um bezahlte Werbung oder Empfehlungen für bestimmte Organisationen, Firmen oder Personen. Wenn mir besondere Webseiten, Bücher, Podcasts zum Thema Tod, Sterben und Trauer auffallen, berichte ich hier auf Dein Tod und ich darüber.

2 Kommentare

Martin 2. Mai 2021 - 20:37

Mit gemischten Gefühlen habe ich die Folgen 8 (Sterbehilfe) und 9 (Suizid) gehört. In Kürze werde ich zu diesen Themen einen Beitrag veröffentlichen. Sterbehilfe und Suizid liegen für mich so nahe beisammen und trotzdem werden sie oft unterschiedlich betrachtet. Meine Gedanken dazu werde ich aufschreiben und veröffentlichen.

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Doris 19. Juni 2021 - 15:28

Kurz nachdem ich den Podcast (aus reinem Interesse) gehört habe, ist mein Mann gestorben – und ich wusste plötzlich, warum ich diese Zeit investiert hatte.

Mir haben die vielen Informationen und Einblicke unter anderem helfen können, mit der Trauer unserer Töchter umzugehen.

Vor allem aber haben Sie mir den Mut gegeben, unsere Wünsche und Bedürfnisse einzubringen und z.B. auch die Zeit zwischen Versterben und Beerdigung zu nutzen. Eine Tochter hat z.B. noch eine Grabbeigabe zum Bestatter gebracht, weil es ihr wichtig war. Eine andere wollte bei der Einäscherung anwesend sein, und mit viel Mut und Energie haben wir das gemeinsam trotz Coronaeinschränkungen möglich gemacht und das war gut so.

Auch bei der Gestaltung der Trauerfeier sind wir unserem Herzen gefolgt und haben den Rahmen eingefordert, der nach unserem Gefühl für den Verstorbenen der Passende war – das hat uns viel inneren Frieden gegeben.

Alles in allem habe ich deshalb ein großes Lob für diesen Podcast – auch wenn ich mich zu dem Thema Sterbehilfe selbst an die Autoren gewandt habe, weil mir da noch was fehlte.

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