Selbstmord, Selbsttötung oder Suizid

von Martin

Eine aufmerksame Leserin hat mich darauf hingewiesen, dass ich den Begriff Selbstmord in meinen Beiträgen nicht benutzen solle. Statt dessen möge ich doch bitte den Begriff Suizid oder Selbsttötung verwenden.

Der Duden schreibt hierzu, Zitat: „Die Bezeichnung Selbstmord wird zunehmend als abwertend eingeordnet, weil damit eine moralisch negative Beurteilung einhergeht. Als alternative Bezeichnungen dienen SelbsttötungSuizid und Freitod.“

Ich benutze diesen Begriff Selbstmord bereits seit 1989 im Zusammenhang mit dem Tod von meinem damaligen Freund Jürgen, der am Nikolaustag sein Leben beendete. Eine Katastrophe in meinem Leben.

Ich habe nicht verstanden, warum Jürgen nicht mehr weiterleben wollte. Für mich war das ein Mord an sich selbst. Aus diesem Grund hat sich der Begriff Selbstmord in meinem Kopf verfestigt. Für mich war der Tod von Jürgen die erste bewusste Begegnung mit dem Tod; ich war gerade mal 29 Jahre alt.

Ein ähnlicher Fall ereignete sich vor ein paar Jahren, als sich mein Schwager, ein Niederländer, in seinem Heimatland umbringen lies; ich weiß, offiziell heißt es assistierter Suizid. Er war depressiv, was für die ausführende Organisation und die Ärzte Grund genug war, ihm bei der Selbsttötung zu helfen. Gäbe es hier in Deutschland auch aktive oder assistierte Sterbehilfe, würde ich sicherlich nicht mehr leben. Denn bei den depressiven Phasen, die ich durchgemacht habe, hätten die Niederländer einer Selbsttötung sicherlich zugestimmt. Und ich muss sagen, heute fände ich meine Selbsttötung nicht mehr so toll. Ich habe heute an meinem Leben sehr, sehr viel Freude.

In Zukunft werde ich nicht mehr den Begriff Selbstmord verwenden, sondern die Begriffe Suizid, Freitod oder Selbsttötung. Versprochen!


Wenn du dich selbst mit dem Gedanken der Selbsttötung beschäftigst, sprich mit der TelefonSeelsorge, telefonisch unter 0800/1110111 oder 0800/1110222, per Mail oder Chat unter www.telefonseelsorge.de erreichbar. Und in einigen Städten vor Ort kannst du mit versierten Seelsorger:innen und Berater:innen über Auswege sprechen.


Titelbild von Pexels auf Pixabay | Mittleres Bild von stux auf Pixabay 

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